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Kulturherbst '17

Das verlorene Paradies

Ausstellung Heinrich und Franz Bacher und die zeitgenössischen Künstler Wil-ma Kammerer und Andreas Zingerle

Freitag, 4.08.2017 – 18 Uhr - ERÖFFNUNG - Pfarrheim Gais

Öffnungszeiten: 4.-25.8.2017 - 10-12 16-18 Uhr

Freitag, 11.8.2017 - 18 Uhr - Begehung und Führung auf dem Kulturweg Gais

Freitag, 25.8.2017 - Finissage



Kulturweg Gais auf neuem Weg


Vor zehn Jahren wurde in Gais auf Initiative einer Arbeitsgruppe der Kulturweg.Gais eröffnet, der seitdem die Erinnerung an den Minnesänger Oswald von Wolkenstein, die Künstlerfamilie Bacher, den US-amerikanischen Dichter Ezra Pound und dessen Tochter Mary de Rachewiltz wach hält. Nun nimmt die Arbeitsgruppe einen neuen Anlauf – und zwar mit einem Kunst-Ausstellungszyklus, der die beiden Bildhauer Franz und Heinrich Bacher in den Fokus rückt. Längerfristiges Ziel ist die Schaffung eines Bacher-Museums im Pflegerhaus in Gais. Der Kulturweg führt vom Gasthof Zur Sonne durch die Bachscheide zum Schloss Neuhaus; von dort geht es über den steilen Zufahrtsweg zum ehemaligen Pflegerhaus neben dem Gasthof Zoller und von dort entlang der Hauptstraße zurück zum Ausgangspunkt. Entlang des Weges haben die Künstlerinnen Annemarie Laner, Julia Bornefeld und Wil-ma Kammerer Werke installiert, mit denen sie große Persönlichkeiten würdigen, die ständig oder zeitweise in Gais gelebt haben. Dazu gehört der streitbare Minnesänger Oswald von Wolkenstein, der sich um 1425 auf Neuhaus zurückziehen musste, um seinen Verfolgern zu entgehen, und dort Gedichte von großer Schönheit verfasste. Zwischen den beiden Weltkriegen wuchs auf dem Samerhof in Gais Mary de Rachewiltz auf, die Tochter des amerikanischen Dichters Ezra Pound; Pound kommt öfter auf Besuch nach Gais und verkehrt dabei auch in der Künstlerwerkstatt der Bacher. Die Bildhauer Heinrich und Franz Bacher orientieren sich ab den 1920er Jahren auf Grund ihrer Ausbildung in München an den großen europäischen Kunstströmungen der damaligen Zeit und so ergeben sich wie von selbst lange Gespräche unter Gleichgesinnten. Der Kulturweg Gais hat sich in den zehn Jahren seines Bestehens sehr bewährt, ist er doch ideal für Wanderer, die sich nicht nur körperlich betätigen, sondern sich auch kulturell inspirieren möchten; zu diesem Zweck gibt es auf dem Kulturweg mehrere Ruheplätze und einen Aussichtspavillon. Bacher-Museum als Ziel Der Kulturweg Gais geht auf die Idee einer Arbeitsgruppe zurück, bestehend aus dem Heimatpfleger Albert Willeit, dem pensionierten Schulinspektor Josef Duregger und dem Religionslehrer Alfred Mair. Tatkräftig unterstützt wurde sie unter anderem von der Gemeindeverwaltung und vom Tourismusverein Gais. Zum zehnjährigen Jubiläum wird die Arbeitsgruppe nun erneut aktiv, hat sich um Erna Holzer und Hans Peter Lercher erweitert und sich zwei neue Ziele gesetzt: Zum einen soll der Kulturweg dort, wo es nötig ist, instand gesetzt werden (besonders an den Kunstwerken hat der Zahn der Zeit genagt); zum anderen sollen in einem fünfjährigen Kunst-Ausstellungszyklus (2017-2021) die Gebrüder Franz und Heinrich Bacher in den Mittelpunkt gerückt werden. Die erste Ausstellung wird im diesjährigen August im Pfarrwidum in Gais gezeigt und unter dem Arbeitstitel „Verlorenes Paradies“ mehrere ausgewählte Werke aus dem umfangreichen Fundus der Gebrüder Bacher präsentieren. Mit diesen Kunstwerken werden zudem Plastiken, Bilder und Fotos der beiden zeitgenössischen Pustertaler Künstler Wil-ma Kammerer und Andreas Zingerle in einen Dialog treten. Die Werke der Gebrüder Bacher sind in Kunstkreisen zwar bekannt, verdienen es aber nach Meinung der Arbeitsgruppe, auch dem breiten Publikum näher gebracht zu werden. Die imposanten Holz-Plastiken von Heinrich Bacher (1897-1972) und Franz Bacher (1903-1981) stecken nämlich voller Widersprüche, die durch die Zeit bedingt sind, in denen sie entstanden sind – nämlich im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftskrise, Erstarken des Faschismus und Nationalsozialismus und der nicht minder schwierigen Nachkriegszeit. Ohne Zweifel haben diese beiden Künstler aus Gais Kunstwerke von überregionaler Bedeutung geschaffen. Das längerfristige Ziel der Arbeitsgruppe ist es, in der Werkstatt im Tiefparterre des barocken Pflegerhauses in Gais, in der vor allem Heinrich Bacher zeitlebens gearbeitet hat, mit Hilfe der Landesverwaltung ein kleines Bacher-Museum einzurichten, in dem wichtige Werke der Künstlerfamilie in einer Dauerausstellung gezeigt werden können. Vorgespräche zur Realisierung und Finanzierung dieses ehrgeizigen Vorhabens hat es bereits gegeben. Das Landesamt für Kultur und die Gemeinde- und Fraktionsverwaltung von Gais haben die Unterstützung dieses Projekts bereits zugesichert.


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