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Pustertaler Zeitung 23.12.2006

Auf Oswalds und Ezras Spuren


Das von langer Hand plante Projekt „Kultur-Weg-Gais“ steht kurz vor seiner Vollendung: Vor kurzem wurden die Sieger des Wettbewerbs zur Gestaltung dieses Themenwegs ermittelt. Der „Kultur-Weg-Gais“ soll die Erinnerung an den Minnesänger Oswald von Wolkenstein, die Künstlerfamilie Bacher, den samerikanischen Dichter Ezra Pound und dessen Tochter Mary de Rachewiltz wach halten.
Der „Kultur-Weg-Gais“ soll eine Art Stationenweg mit Motiven aus dem Leben der oben genannten Künstler werden. Er wird beim Samerhof auf der orographisch rechten Ahrseite beginnen und über das „Kunstmuseum Bacher“ hinauf zur Bachscheide bis Schloss Neuhaus führen. Auf der orographisch linken Ahrseite soll der Weg in einem zweiten Schritt durch das Dorfzentrum zum Waalweg und weiter zur Kehlburg verlaufen. Denn auch der alte Dorfkern mit der Kirche von Gais soll in das Konzept mit einbezogen werden. Der ganze Weg soll mit Texttafeln und -stelen gesäumt sein, zudem soll es einige Ruheplätze und einen Aussichtspavillon geben. Mit der Gestaltung hat sich lange der Heimatpfleger Albert Willeit befasst, zur Seite standen ihm Josef Duregger und Alfred Mair. Für die Auswahl der Texte
Ezra Pounds wurde Siegfried de Rachewiltz gewonnen, der als einer der besten Kenner der gewichtigen Texte des amerikanischen Autors gilt.
Um den geplanten „Kultur-Weg-Gais“ angemessen zu gestalten, hat der Arbeitskreis einen Wettbewerb ausgeschrieben und 13 Künstler dazu eingeladen. Diese sollten Kunstobjekte gestalten, die auf die Dichter und Künstler hinweisen. Zugleich waren Vorschläge für ein Leitsystem des Rundwegs gefragt. Vor kurzem wurden die Sieger ermittelt: Den ersten Preis sprach die Jury der Künstlerin Annemarie Laner zu, die mittlerweile im Bereich Kunst am Bau im Brunecker Raum sämtliche Aufträge einheimst. Den zweiten Preis erhielt Julia Bornefeld, den dritten Wilma Kammerer. Anerkennungspreise bekamen Paul Feichter, Lois Steger und Andreas Zingerle.
Laut Albert Willeit ist daran gedacht, nicht nur das Siegerprojekt, sondern auch die Vorschläge von Bornefeld und Kammerer umzusetzen. In einer Ausstellung, die am 7. Dezember auf Burg Neuhaus eröffnet wurde, werden alle Vorschläge vorgestellt. Die Kosten für den Themenweg sind mit 70.000 Euro veranschlagt. Gedeckt werden sollen sie unter anderem mit Beiträgen der Fraktion Gais, des Assessorats für Kultur und des Assessorats für Tourismus. Auch der Gemeinderat Gais hat auf seiner jüngsten Sitzung einen Beitrag von 10.000 Euro genehmigt. Die Gemeinde mit Bürgermeisterin Romana Stifter an der Spitze steht tatkräftig hinter dem Projekt, nicht zuletzt auch deshalb, weil der „Kultur-Weg-Gais“ auch touristisch interessant sein dürfte. © PZ


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