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Kulturherbst '18

Morgen ist alles anders

Ausstellung von Heinrich und Franz Bacher und dem zeitgenössischen Künstler Gino Alberti

Freitag, 3.08.2017 – 20 Uhr - ERÖFFNUNG - Pfarrheim Gais

Öffnungszeiten: 4.-25.8.2017 - 10-12 16-18 Uhr



MORGEN IST ALLES ANDERS


Im August 2017 hat der Verein Kulturweg Gais seinen auf mehrere Jahre angelegten Ausstellungszyklus zu Ehren der Gaisinger Bildhauer Heinrich und Franz Bacher begonnen. Unter dem Titel „Das verlorene Paradies“ wurden markante Werke der beiden Künstler in einen Dialog mit den Werken zeitgenössischer Künstler (Wil-ma Kammerer und Andreas Zingerle) gebracht. Heuer ist der zweite Teil des Zyklus` an der Reihe. Unter dem Titel „Morgen ist alles anders“ wird wieder eine Auswahl der Werke von Heinrich und Franz Bacher präsentiert. Und zwar wird jeweils ein Werk des einen Künstlers einem Werk des anderen Künstlers zum selben oder zumindest ähnlichen Thema gegenübergestellt. Diese Themen sind der heilige Christophorus, die Mutter der Künstler, der heilige Georg im Drachenkampf, Invalide und Krüppel, die Flucht nach Ägypten, der Heuträger und der Muttersegen, der Skifahrer und der Lambrettafahrer. Der Titel „Morgen ist alles anders“ ist einem Bilderzyklus des Brunecker Künstlers Gino Alberti entnommen – und er ist mehrdeutig: Allgemein weist er auf die ständige Veränderung der Welt hin. Im Detail hängt die Deutung dieses Slogans von den konkreten Lebensumständen ab: Wer in beengten Verhältnissen lebt, wird diesen Slogan positiv deuten: „Morgen wird (hoffentlich) alles besser sein!“ Wer sich hingegen bereits gut umsorgt und sicher wähnt, den kann die ständige Veränderung unsicher und ängstlich machen. Aber auch diese Leute können sich beruhigen: Mag auch alles im Fluss sein und sich vieles ändern, Wesentliches bleibt immer gleich, solange es Menschen gibt auf Erden – die Mutterliebe, der Kampf des Guten gegen das Böse, die ständige Plackerei, das Leid der Flüchtlinge, die Freude am Rausch der Geschwindigkeit... Zudem wissen wir: Wenn sich zu viel oder alles ändert, bleibt in der Regel das meiste oder alles gleich – gemäß dem bekannten Spruch von Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896-1957) in „Il Gattopardo“: „Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich verändert.“ Gino Alberti versteht seinen Titel „Morgen ist alles anders“ in seinem Bilderzyklus weniger als Drohung, sondern im Wesentlichen ironisch: Seine Landschaftsbilder mit dem weiten Meer, den hohen Bergen und düsteren Wäldern, die er mit Kohlestift im Stil der Romantiker des 19. Jahrhunderts zeichnet, versieht er mit Ortsangaben, Gedichtzeilen und poetischen Zitaten, aber auch Sprüchen aus der Werbemaschinerie und anderen Statements. Damit bricht er das Romantische seiner Bilder auf die Nüchternheit der harten Realität herunter. Manche Bild-Text-Kombinationen sind skurril, andere verletzend-frech, wieder andere heiter. Gino Alberti: „Wenn in der Summe beim Betrachter der Eindruck entsteht, dass mein Weltbild insgesamt ironisch gebrochen ist, dann hat er wohl recht. Denn wenn man sich selbst zu ernst oder zu tragisch nimmt, dann wird es schnell pathetisch – und kitschig.“ Bei der Betrachtung der Ausstellung bitte nicht vergessen: Auch in so manchem Werk der Gebrüder Bacher steckt eine gehörige Prise Ironie!

Ausstellungsgestaltung: Albert Willeit

Bilder der Ausstellung und der Eröffnung
Fotos: Hannah Mair, AW

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